Pressemitteilung - Tag der Legasthenie und Dyskalkulie (30. September 2020)

Legasthenie oder auch Lese-Rechtschreibstörungen (LRS) ist eine umschriebene Entwicklungsstörung und zeigt sich durch Einschränkungen der Kompetenzen „Lesen“ und „Rechtschreiben“. Dyskalkulie meint Rechenschwäche und zeigt sich z.B. durch Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen.  Beide Störungsbilder erfordern ein frühzeitiges Erkennen und eine bedarfsgerechte Unterstützung und werden häufig zu spät erkannt. Der Bundesverband für Legasthenie und die Deutsche Kinderhilfe riefen daher am 30. September 2020 bereits zum vierten Mal zum bundesweiten Aktionstag auf. Ziel der Veranstaltung war es,  betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Stimme zu geben, um auf das Thema und ihre besonderen Bedürfnisse, die sich von Kindern, die eine reguläre Entwicklung oder Schullaufbahn durchlaufen, unterscheiden, aufmerksam zu machen .

Im Rahmen dieser Informationsveranstaltung hat der Kölner Arbeitskreis für LRS & Dyskalkulie e.V. zu einem Informationsabend mit einer Autorenlesung und Podiumsdiskussion zum Thema „Schule für Alle! Was lässt Schüler scheitern und was hilft ihnen?“ eingeladen. Über 200 Personen, darunter Betroffene, Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte, Sonderpädagog*innen sowie Fachtherapeut*innen, nahmen an der Veranstaltung teil.

Zunächst stellte der Jugendbuchautor Tom Limes (Thorsten Landwehr) im Rahmen einer Autorenlesung sein Buch „Voll verkackt ist halb gewonnen“ vor. Er arbeitet schon seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen, die in der schulischen Laufbahn Lernfrust zeigen. Aus diesen Erfahrungen hat er in seinem Buch vier Charaktere zum Leben erwecken lassen, die alle mit Schwierigkeiten in der Schullaufbahn zu kämpfen hatten und nun zeigen wollen, warum sie an ihrer Schule von Anfang an keine Chance hatten. Doch dabei finden sie heraus, dass auch sie noch Träume haben, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Den Hauptteil des Abends stellte die Podiumsdiskussion von Expertinnen und Experten rund um die Themen LRS, Dyskalkulie und Schule dar. Neben dem schulpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jochen Ott, dem Leiter des Kölner Rechenzentrums Thorsten Landwehr sowie der ersten Vorsitzenden des Kölner Arbeitskreises Tanja Blum nahmen seitens der hsg Frau Dr. Nicole Ramacher-Faasen (Vertretungsprofessorin im Studiengang Logopädie) sowie Kirsten Hirsch (wissenschaftliche Mitarbeiterin des Interprofessionelles Gesundheitszentrums der hsg) teil. Moderiert wurde der gesamte Abend von Ralph Caspers (bekannt aus „Wissen macht Ah!“), der zudem Schirmherr des Kölner Arbeitskreises ist. Publikumsfragen, zum Beispiel zum Thema Nachteilsausgleich in Schule und Universität, konnten unmittelbar via Q&A-Plattform coronakonform per Smartphone an die Expertinnen und Experten gestellt werden.

Frau Ramacher-Faasen gilt u.a. als ausgewiesene Expertin für Studierende mit LRS und zeichnet sich durch eine 26jährige Praxistätigkeit in den Bereichen Sprach- und Lerntherapie aus. In Zusammenarbeit mit Kirsten Hirsch ist ihr der Theorie -Praxis-Transfer sowie das Vernetzen der hsg  mit Praxispartner*innen und anderen Institutionen ein besonderes Anliegen. Frau Hirsch komplettierte die Runde mit Beiträgen zum ressourcenorientierten Vorgehen im therapeutischen Kontext.

Weitere Informationen zum Projekt LRS! (Lesen-Rechtschreiben-Studieren!) von Nicole Ramacher-Faasen und Sylvia Costard (Studienbereichsleitung und Professorin im Studiengang Logopädie) finden Sie hier: https://www.hs-gesundheit.de/forschung/aktuelle-projekte/lrs